Die Antwort auf die meistgestellte Frage
Weil die Familie Lüters hier seit über 450 Jahren lebte, arbeitete und überlebte — und ihr Name den Hof überdauert hat. „Lühts" ist Plattdeutsch für Lüters. Und Plattdeutsch bleibt.
↓ Die Geschichte
Die älteste schriftliche Nachricht über einen Inhaber des Hofes Lüters in Neuenmarhorst findet sich in einem Höferegister des Amtes Harpstedt im Jahre 1567. Diese erste Erwähnung sagt jedoch nichts über das tatsächliche Alter der Hofstelle aus.
Nach der einhelligen Meinung der Geschichtsforscher geht die Entstehungszeit der Meierhöfe bis in die sächsisch-fränkische Zeit zurück und dürfte ihr Alter weit mehr als 1.000 Jahre betragen.
Was wir wissen: Dieser Flecken Erde in Neuenmarhorst wurde bewirtschaftet, lange bevor irgendjemand auf die Idee kam, Namen aufzuschreiben. Die Chronik, die der Heimatforscher Otto Bach 1997 zusammenstellte, gibt uns einen seltenen Blick in diese Geschichte.
Eine Höferolle des Grafen von Hoya — abgedruckt im ersten Band des Hoyaer Urkundenbuchs — listet Güter der Grafschaft auf. Unter der Überschrift „Dyt nabeschrevene ghud hort in de voghedye to Harpstede" findet sich auch: „1 wüsten hof to nygen Merhorst".
Ein verlassener Hof. Wohl leer nach der Großen Pest, die rund 20 Jahre zuvor in ganz Deutschland gewütet hatte. Doch die Stelle existiert — und wartet auf neue Bewohner.
Das Harpstedter Höferegister vom 6. September 1567 nennt erstmals einen Namen: „Harmen Luiters en halff Erwe". Harmen Lüters hält eine halbe Vollstelle — und gibt dem Hof seinen Namen für die nächsten 250 Jahre.
Das Register beginnt mit den Worten: „Register, dor inne vermeldet unde angeschrewen alle de Luide, so under dem Gerichte im Ampte unde angehörig dem Huße Harpstede, Manen, ryck unde arm, olle, de en egen Huisstede hefft unde ist jedes Dorp besunderen verteckendt unde ist dorby vermeldet …"
10 Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges legt das Amt Harpstedt eine Mannschaftsrolle an — einen Überblick über den Stand der Bewaffnung. Unter den „Marhorster Meyern" steht: „Dahme Lüeders, 1 Hauswirt, 1 Feuerrohr".
Der Hof steht. Die Familie auch. Krieg, Pest, Hungersnöte — der Lüters-Hof in Neuenmarhorst übersteht alles.
Das Taufregister der St.-Anna-Gemeinde in Twistringen belegt die Familie: Antonius Lüters und seine Frau Gebba lassen zwischen 1650 und 1665 fünf Kinder taufen. Ihr Sohn Damarus (* 23.12.1653) wird der spätere Hoferbe.
Eine 30-jährige Lücke in den Kirchenbüchern lässt die Sterbedaten von Antonius und Gebba im Dunkeln. Doch mit dem Ende des 17. Jahrhunderts setzen die Einträge wieder ein — und von da an lässt sich die Linie lückenlos verfolgen.
Am 1. Mai 1741 werden die hannoverschen Untertanen dem Amte Ehrenburg zugeteilt. Zu jedem Hof wird eine Beschreibung der wirtschaftlichen Verhältnisse aufgenommen. Über Tönnies Lühters Halbmeyerhof heißt es:
„Tönnies Lühters Halbmeyer hat dabei überhaupt 7 Molt 7 Scheffel Saatland nach altem Hoyaschen Maße (= ca. 7½ ha). Solche Ländereie ist vor 56 Jahren alle versetzt … nunmehro aber völlig wieder eingelöset."
Der Hof hat alle verpfändeten Ländereien zurückgekauft. 7½ Hektar, schuldenfrei. Und aus Lüters ist im Volksmund längst Lühters geworden.
Catharina Margaretha Lüters (* 14.8.1765), die letzte Erbin der Hofstelle, heiratet am 9. August 1809 in Twistringen Joann Bernd Siemers — einen Neffen des bisherigen Hofinhabers.
Nach der Hochzeit wird er fortan „genannt Lühts" gerufen. Die Familie Siemers übernimmt den Hof und führt ihn weiter — aber der Name Lühts bleibt. Als Erinnerung. Als Versprechen. Als Identität.
Damit wollte man zweierlei erreichen: eine Person aus der alten Lüters-Familie und eine aus der Familie Siemers sollten den Hof weiterführen. Die Tradition trägt den Namen. Bis heute.
Da Catharina und Joann Bernd ohne Kinder bleiben, wird für die Nachfolge Johann Diedrich Siemers (* 26.9.1813) ausgewählt — ein Neffe. Er heiratet 1840 Anna Margaretha Landwehr, Enkelin von Arnold Heinrich Lüters. Damit fließt Lüters-Blut auch in der nächsten Generation durch den Hof.
Der Hof bleibt in Familienhand. Der Name sowieso.
Bernhard Siemers (* 15.9.1912) trägt einen neuen Titel: „Bauer und Geflügelzuchtmeister in Neuenmarhorst." Mit ihm beginnt die professionelle Geflügelzucht auf dem Hof — eine Spezialisierung, die die nächsten Generationen prägen wird.
Acht Kinder. Darunter sein Sohn Bernhard Johann Dietrich, der die Tradition weiterführt — und dessen Söhne und Töchter den Hof bis heute in der Familie halten.
15. Generation auf demselben Hof. Derselbe Name. Gleiche Erde. KI im Stall statt Kerze im Stall — aber dasselbe Versprechen: gute Eier, ehrlich gemacht, von Menschen, denen das hier am Herzen liegt.
Harmen Luiters würde das wohl nicht ganz verstehen. Aber er würde nicken.
„Harmen Luiters en halff Erwe — Harpstedter Höferegister, den 6. September Anno 1567"Erste urkundliche Erwähnung des Hofes — vor über 450 Jahren
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